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Freitag, 18. November 2022

kreativ mit fußball und pinsel

die ersten bilder für publikum

Von Ulrike Merkel. Aus dem Archiv der Ostthüringer Zeitung.


Jena. Eigentlich steht Julia Arnold regelmäßig auf dem Fußballplatz. Doch seit Sommer lebt die Führungsspielerin der Frauenmannschaft des FC Carl Zeiss Jena noch eine zweite Leidenschaft aus: Sie lässt den Job als Immobilienmaklerin ruhen, um sich neben dem Sport der Kunst zu widmen. „Seit ich mich erinnern kann, habe ich immer gemalt“, sagt Arnold. Inzwischen hat sie ihre erste Ausstellung in Jena eröffnet. Noch bis Donnerstag, 24. November, zeigt sie Ölgemälde und Porträtstudien im Kreativen Baubüro in der Stauffenbergstraße 10 in Lobeda-West.


Das menschliche Gesicht ist ihr Hauptthema. Ihre großformatigen fotorealistischen Arbeiten erinnern an Doppelbelichtungen. Beim Gemälde "barricades" überlagern sich etwa das Gesicht einer jungen Frau und ein Landschaftsausschnitt mit exponiertem Baum. Bei "crossroads" hat sie ein Frauenporträt und eine New Yorker Stadtansicht malerisch raffiniert übereinandergelegt. Ihre kleineren Porträtstudien werden unterdessen immer abstrakter. Um sich vom Fotorealismus zu trennen, setzt sich Julia Arnold künstlich unter Druck. 30 Minuten gibt sie sich Zeit, um die Vorzeichnung farblich auszuführen. Ihre Inspirationsquelle sind oft Lieder. Zugleich haben die Werke aber auch eine persönliche Bedeutung. „Es sind Reminder für mich, meinen Weg zu gehen“, sagt Arnold.


In Jena lebt die 32-Jährige seit der Schulzeit. In Dresden geboren, zieht sie 2006 mit ihrer Zwillingsschwester in die Saalestadt. Sie besuchen hier das Sportgymnasium. Parallel dazu verstärken die beiden die Jenaer Bundesligamannschaft. Während Schwester Sylvia nach dem Abitur des Fußballs wegen Jena verlässt, spielt Julia Arnold weiterhin für den Verein. Nach einem vorübergehenden Wechsel zum 1. FC Köln kommt sie 2019 wieder zurück. Damals steht der Fortbestand der Jenaer Mannschaft auf dem Spiel. „Die Zukunft hing vom damaligen Aufstieg in die erste Liga ab“, erinnert sich Julia Arnold. Für die Fußballerin der entscheidende Grund für die Rückkehr. Heute ist sie neben Torhüterin Laura Kiontke die dienstälteste Spielerin.


Ein Jahr will sich Julia Arnold Zeit geben, um sich auf die Kunst zu konzentrieren, um auszutesten, ob hier ihre Zukunft liegen könnte. Ein nächstes Projekt ist schon geplant. Arnold möchte ihre Mitspielerinnen porträtieren und im Sommer in Veranstaltungsräumen des Ernst-Abbe-Sportfeldes präsentieren.



Öffnungszeiten: Fr. und Sa. von 17 bis 21 Uhr, So. bis Do. 14 bis 19 Uhr.



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